Wie bei der Semestereröffnung verlesen:
Sehr geehrter Herr Präsident der Hochschule für bildende Künste Hamburg
Köttering,
die Unterzeichnenden, die Anfängerbetreuer der Studienschwerpunkte
ersuchen Sie inständig dafür zu sorgen, daß sämtliche Strafanzeigen
zurückgezogen werden, unseres Wissens nach 3: A) seitens der
Wissenschaftsbehörde B) seitens der Staatsanwaltschaft und c) von Ihrer
Seite - gegen die Ihnen anbefohlenen Studierenden der Malaktion in der
Nacht vom 30. September zum ersten Oktober.
Es liegt in Ihrer Macht, die zivilen Verhältnisse an dieser Schule
wiederherzustellen. Wir möchten Sie daran erinnern, daß zu allen Zeiten
derartige Aktionen an Kunsthochschulen stattgefunden haben, und nicht
als Vandalismus zu verstehen sind, sondern zum vitalen Repertoire an
einer solchen Institution gehören, so daß es keinen einzigen Grund gibt,
sie nicht intern zu regeln.
Die Studierenden haben ihre Auffassung von der Aktion veröffentlicht.
Sie haben erklärt, daß es sich um eine zweiteilige Kunstaktion handelt,
deren erster Teil dem dionysischen Rausch verpflichtet war und deren
zweiter Teil, der für den 13. Oktober angesetzt ist, dem apollinischen
Gegenprinzip der Wiederherstellung der Ordnung dient - also dem weißen
Überstreichen der dionysischen Malereien. Warum, fragen wir Sie
bestürzt, wird von Ihnen nicht dahingehend auf diese Erklärung
eingegangen, daß Sie die eingreifenden Behörden versichern, daß kein
Schaden entstanden sein wird.
Prof. Ingo Haeb
Lutz Jelinski
Achim Hoops
Prof. Thomas Bernstein
Prof. Susanne Lorenz
Prof. Heike Mutter
Ute Janssen
Prof. Corinna Schnitt
Katrin Sahner
Prof. Andrea Tippel




